Erkan Mete überzeugt mit „Connected“

 
       
 

Erkan Mete (stehend) präsentierte seinen ersten Kurzfilm „Connected“, die Mitglieder des Foto-Film-Video-Club Trossingen

(Trossingen-Schura/sz) Bei der langen Lesenacht in Spaichingen im September hat Erkan Mete mit seiner Filmpremiere „Connected“ für Aufsehen gesorgt. Jetzt hat er seinen ersten 28-minütigen Kurzfilm vor kritischem Fach-Publikum vorgestellt – den Mitgliedern des Foto-Film-Video-Clubs Trossingen.  
     
 

Die im Schuraer Clubraum anwesenden Mitglieder des Foto-Film-Video-Club Trossingen waren begeistert vom Erstlingswerk des „Filmemachers“ Erkan Mete aus Aldingen. „Sehr anspruchvoll, aber professionell gemacht, der Film lebt von Großaufmachern, ein durchgängiger roter Faden für einen eigentlich banalen Inhalt um Liebe und Tod, aber mit viel Spannung und als abrundende Geschichte aufgebaut“, so die Bewertungen der Mitglieder des Foto-Film-Video-Clubs Trossingen. Im Schuraer Clubraum wurde Erkan Mete mit Alfred Hitchkock verglichen. Mete bestätigt: „Ja, so wie Hitchchock in seinen Filmen auftaucht, so bin ich am Anfang in die Videothek reinmarschiert.“

„Ich bin kein Filmemacher, aber es ist ein lang gehegter Traum, Filmemacher zu sein“, klärte der 30-Jährige auf. „Ich bin mit fünf Geschwistern aufgewachsen, meine Eltern, die zwischenzeitlich wieder in der Türkei leben, hatten nicht das Geld für mein Studium.“ Seinem Naturtalent hat Erkan Mete selbst weiter auf die Sprünge geholfen, neben seinem Hauptberuf als technischer Berater im Support einer Aldinger Firma arbeitet er seit langem in einer Rottweiler Videothek. „Von den 18000 Filmen, die es dort gibt, habe ich mindestens 10000 gesehen.“ Dann habe er 2006 als Schriftsteller begonnen mit Kurzgeschichten, unterstützt von der Spaichinger Autorin Silke Porath, die er 2004 bei einer Schreibwerkstatt kennengelernt hatte, und die im übrigen in seinem Film die Rolle der schwangeren Schwester Silke darstellt.

Mit dem Umschreiben der neuesten Geschichte in ein Drehbuch war der Jungschriftsteller, der auch noch eine Kampfsportschule in Aldingen betreibt und mit 22 Jahren jüngster Sifu-Meister (chinesische Kampfkunst) war, seinem Ziel „Film“ ein ganzes Stück näher gekommen, aber „mir fehlte das Geld dazu“. Stets voll übersprühender Ideen ging er auf die Suche nach einem geeigneten Team, das ohne Gage und Honorar für ihn „ackerte“ und wurde fündig – eine Castingagentur vermittelte zwölf Bewerber, drei davon wurden benötigt.

„Ich ging bei allen bis an die Grenzen“, blickte Mete auf die drei Tage Dreharbeiten bei bis zu 15 Grad Minus zurück. „Teilweise haben wir bis zu 17 Stunden gedreht. Birgit Heintel, die Hauptdarstellerin habe ich so wenig schlafen lassen, damit sie am Ende so richtig fertig aussieht“, was im Film sehr realistisch rüberkommt. „Der Film hat mich ganze 30 Euro gekostet und das für Essen und Getränke.

Erkan Mete konnte seinen Film „Connected“ an zwei Tagen auf der Frankfurter Büchermesse vorstellen und hat dabei auch weitere Kontakte geknüpft. „Ich habe jetzt einen Termin mit einem Produzenten in Berlin, der mit Roland Emmerich zusammenarbeitet. Im Mai 2010 wird Erkan Mete das Drama „Sansibar“ am Berliner Bahnhof drehen, wiederum ein rund 20-minütiger Kurzfilm. Und er kündigt weitere an: „Bambi wird die Eineinhalb-Stunden-Grenze überschreiten und ,Der Weg‘ wird etwa zwei Stunden lang dauern.“

Ingrid Kohler

(Erschienen: 03.12.2009 12:40 Das Internetportal der Schwäbischen Zeitung)

 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
       

Zurück zur Startseite